Meeresverschmutzung
kann
erfolgen vom Land über Flüsse, durch atmosphärischen Eintrag
sowie durch direkte Einbringung von Schadstoffen durch Schiffe
und Luftfahrzeuge. Über die verschmutzten Ströme, die ins Meer
münden, werden auch die Meere zunehmend verschmutzt, aber auch
durch die Abwässer, die von den Küstenstädten, Badeorten und
Tourismuszentren direkt ins Meer geleitet werden. Auf diese
Weise sind das Mittelmeer und die Ostsee schon sehr stark
verschmutzt. In einzelnen Bereichen mussten zeitweise schon
Badeverbote ausgesprochen werden. Zusätzlich verpestet werden
die Meere durch Öltanker und durch das Versenken und Verklappen
von chemischen und radioaktiven Abfällen.
Die
Verschmutzung der Meere
Das
Leben der Menschen und aller Lebewesen der Erde kam ursprünglich
aus dem Meer. Noch heute ist das Meer eine der bedeutendsten
Lebensräume für die Versorgung des Menschen mit Nahrung und
Energie. Viele Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser und
andere Nahrungsmittel wie den Fisch aus dem Meer.
Zudem ist die Meeresküste ein wichtiger Erholungsort für den
Menschen. Das Meer entscheidet über das Weltklima. Ebbe und
Flut, das Kommen und Gehen des Meeres symbolisierte schon in den
alten Kulturen das Entstehen und Vergehen des Lebendigen. Doch
der heutige Mensch hat es in kurzer Zeit geschafft, das Meer zu
verschmutzen und den Lebensraum vieler Meerestiere zu zerstören.
"Grundbaustein"
der Meere
Das
pflanzliche Plankton Grundlage des Nahrungssystems im Meer sind
winzige Mikroorganismen, die einzelligen Algen. Aus diesen
entwickelte sich alles Leben auf der Erde. Noch heute
produzieren sie einen großen Teil des freien Sauerstoffs in der
Atmosphäre. Das pflanzliche Plankton macht 90 Prozent der Algen
aus und besitzt als einziger lebender Organismus die Fähigkeit,
Kohlenstoff und Mineralsalze mit Hilfe des Sonnenlichts in
organische Verbindungen umzuwandeln. Dieses organische Material
dient vielen Meerestieren als Nahrung.
Auswirkungen
von Fremdstoffen auf das Ökosystem Meer
Das
Nahrungssystem des Meeres befindet sich normalerweise in einem
Gleichgewichtszustand. Werden von außen Stoffe zugeführt, zum
Beispiel Phosphate aus Waschmitteln oder aus Mineraldüngern,
welche einen wichtigen Nährstoff für die Algen darstellen,
wird dieses ökologische Gleichgewicht gestört. Die Algen
erhalten mehr Nährstoffe, dabei kann es zu einer
Massenvermehrung von Algen kommen wie es in der Nordsee mit der
"Killeralge" Chrysochromulina polylepis im Sommer 1988
eindrucksvoll geschah. Diese Alge produzierte einen Giftstoff,
der die Durchlässigkeit der Zellmembranen in den Kiemen der
Fische blockierte und ein Massensterben in der Fischwelt
verursachte.
Alle
Tiere und Pflanzen der maritimen Nahrungskette, besonders das
pflanzliche Plankton am Anfang der Kette, nehmen Umweltgifte wie
das in Afrika noch eingesetzte Insektenvernichtungsmittel DDT in
ihren Organismus auf. Beim letzten Glied der Kette wird das DDT
in besonders hoher Konzentration angereichert. Auf diese Weise können
Giftstoffe aller Art in größeren Mengen durch Fisch als
Nahrungsmittel in den menschlichen Organismus aufgenommen
werden.
Faktoren
zur Zerstörung des Meeres
Folgende
Ursachen werden für die Zerstörung des ökologischen
Gleichgewichts im Meer verantwortlich gemacht:
-
Erdöl
-
Düngemittel
-
Abwasser
-
Abfälle
-
Schwermetalle
-
Dünnsäure
-
Chlorierte
Kohlenwasserstoffe
-
Radioaktive
Stoffe
-
Temperaturerhöhung
-
Massentourismus
-
Jagd
-
Militär
Die
Zukunft des Meeres und des Menschen
Das
Zusammenwirken dieser Faktoren muss im Laufe der Zeit zu einem
Gau im Meer führen. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, dass die
immensen Wassermengen der Ozeane eine beliebige Menge an
Schadstoffen verkraften und abbauen könnten. Eine Vernichtung
des pflanzlichen Planktons in den Weltmeeren würde
beispielsweise die Zerstörung des wichtigsten
Sauerstoffproduzenten für die Atmosphäre und für den Menschen
bedeuten.
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Meeresverschmutzung
durch toxische Chemikalien
Die
in den vergangenen Jahren so hoch gepriesene industrielle
Entwicklung hat nicht nur Gutes bewirkt. Im Gegenteil, denn
besonders für Tiere und Pflanzen haben industrielle
Fortschritte oft katastrophale Folgen. So zum Beispiel die
vermehrte Nutzung von synthetischen Chemikalien bei der
Herstellung von Weichmachern (bei PVC), Farben und Pestiziden.
Obwohl die Dynamik und Toxikologie dieser Stoffe im tierischen
Gewebe erst seit wenigen Jahren Gegenstand zahlreicher
wissenschaftlicher Studien ist, sind einige Erkenntnisse bereits
heute äusserst besorgniserregend.
So
hat man zum Beispiel im Körper von vielen gestrandeten Cetaceen
(Wale und Delfine) hohe Konzentrationen von halogenierten
Kohlenwasserstoffen gemessen. Da diese Stoffe extrem fettlöslich
sind, werden sie im Fettgewebe der Tiere eingelagert und dringen
bei der Milchproduktion oder beim Verbrauch von Fettreserven zur
Erzeugung von Energie in den Körper. Besonders in diesen
Phasen, aber auch in einem durch Dauerstress geschwächten Körper,
können diese Stoffe eine giftige Wirkung auf das Tier ausüben,
die in einigen Fällen mit dem Tod endet.
Besonders betroffen sind Cetaceenarten, die sich am Ende der
Nahrungskette befinden.
Da zwischen den einzelnen Stufen der Nahrungskette die
Konzentration der Giftstoffe um das 10 - 20 fache ansteigen
kann, erfahren die Endglieder die Giftwirkungen besonders stark.
Polychlorierte
Byphenile ( PCB's ) sind die bekanntesten Giftstoffe und man
geht davon aus, dass die hohe Sterberate von Kälbern bei
erstgebärendenden Müttern ( bis zu 65 % ! ) auf eine zu hohe
Anhäufung von PCB in der Muttermilch zurückzuführen ist. Bei
männlichen Tieren führen hohe Konzentrationen zu einer
Immunschwäche und zu einer verminderten Fruchtbarkeit.
Meeresverschmutzung
durch Plastik & Styropor
Nicht
nur Umweltgifte, sondern auch Kunststoffteile aus Plastik und
Styropor stellen eine grosse Gefahr für Delfine und Wale dar.
Immer wieder werden diese in den Mägen der Tiere festgestellt.
Sie können nicht verdaut werden, führen also somit zu einer
schlechteren Nahrungsaufnahme der Tiere und schliesslich zum
Tod.
Wale
als Sondermüll?
Aufgrund
der extrem hohen Konzentrationen an PCB, DDT und Quecksilber müsste,
wenn es nach europäischen Richtlinien ginge, manches Walfleisch
und -Fett als ''gefährlicher Abfall'' entsorgt werden.
Nicht nur für die Wale und Delfine stellen solche hohen Werte
ein unkalkulierbares Risiko dar, sondern auch für die Menschen,
die sich von diesem Fleisch ernähren. Die Grenzwerte, die von
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Gifte festgelegt
werden, werden häufig um ein Vielfaches überschritten.
In
Japan haben bereits besorgte Verbraucher und verschiedene
Anti-Walfangorganisationen die Regierung gebeten, den Import von
Walfleisch zu verbieten, da Bedenken bezüglich der menschlichen
Gesundheit bestünden.
Auch die dänische Regierung hat die Bewohner der Faroer Inseln
vor dem regelmässigen Verzehr von Walfleisch gewarnt, da dieses
durch die Verseuchung der Meere bereits sehr stark mit
Quecksilber kontaminiert ist.
Die Grenzwerte der krebserregenden und auf Dauer tödlichen
Quecksilber-Belastungen der Meeressäuger werden um das
200-fache überschritten. Für Schwangere wird vom Verzehr des
Walfleisches generell abgeraten.
Eine
im Jahre 1998 veröffentlichte Studie zeigt, dass die
durchschnittliche Belastung an PCB in Walspeck von Minkwalen 3,8
ppm betrug. Die höchste gemessene Konzentration lag bei 20,8
ppm. Die höchste Konzentration von PCB in Meeresprodukten, die
in Japan vermarktet werden dürfen, beträgt jedoch ''nur'' 0,5
ppm.
Mittlerweile
wird spekuliert, dass die Entsorgung der verseuchten Walprodukte
ins Meer eine potentielle Gefährdung der Umwelt darstellt, da
diese die menschliche Gesundheit gefährden.
Hohe
PCB Konzentrationen im Fett - ein positiver Nebeneffekt
So widerspruchsvoll es auch klingen mag, dank industrieller
Gifte, die die Meere und ihre Bewohner verseucht haben, werden
Wale und Delfine profitieren! Denn ihr Fleisch ist dadurch für
den Menschen lebensbedrohlich geworden.
Die
Meere werden immer lauter! - Die Wale immer weniger!
Es
ist allgemein bekannt, dass Schall im Wasser fünf mal schneller
als in der Luft übertragen wird. Daher verläuft die
Kommunikation von Walen und Delfinen hauptsächlich entlang der
akustischen Modalität.
Während Bartenwale besonders im tiefen Frequenzbereich gut hören,
sind Zahnwale im oberen Frequenzbereich äusserst empfindlich.
Die in den letzten Jahrzehnten zunehmende Lärmentwicklung, die
je nach Lärmquelle das gesamte Frequenz-Spektrum betrifft, kann
für viele Meeresbewohner katastrophale Folgen haben.
An durch Schiffe erzeugten Lärm und andere regelmässig
auftretende Geräusche können sich die Tiere meistens an einen
bestimmten Geräuschpegel gewöhnen. Dies bedeutet jedoch zunächst
einmal Stress. In fast allen Fällen reagieren die Tiere mit
Flucht. Dazu verbrauchen sie viel Energie und ihre Fresszeiten
werden kürzer. Häufig werden Verhaltensveränderungen
registriert und in einigen Fällen verlassen die Tiere sogar ihr
ursprüngliches Gebiet.
Noch bedrohlicher sind jedoch bestimmte Lärmquellen wie z.B.
die ''Airguns'', die bei der so genannten Reflexions-Seismik auf
der Suche nach Öl- und Gasquellen benutzt werden.
Bei diesem Verfahren ziehen Schiffe Hochdruckbehälter mit
komprimierter Luft hinter sich her. In regelmässigen Abständen
wird diese freigesetzt, wobei starke Druckwellen entstehen, die
sich bis zum Meeresgrund fortpflanzen.
Die Reflexionen vermitteln ein Bild der Beschaffenheit des
Meeresbodens.
Für Meeresbewohner haben diese ''Airguns'' jedoch verheerende
Folgen, da der Schalldruckpegel bis zu 260 Dezibel (dB)
erreichen kann. Zum Vergleich: Die menschliche Schmerzgrenze
liegt bei 130 dB und eine Erhöhung um 6 dB entspricht einer
Verdoppelung des Schalldrucks.
Obwohl über die Folgen noch diskutiert wird, geht man davon
aus, dass für Wale und Delfine diese ''Airguns'' fatale Folgen
haben, da Gewebeschäden auftreten und die akustische
Kommunikation der Tiere gestört ist.
Weitere Geräte wie z.B. das von der US-Marine entwickelte LFAS
(Low Frequency Active Sonar), das zum Aufspüren von U-Booten
dienen soll, erzeugt einen vergleichbaren lauten Schalldruck von
ca. 235 dB bei besonders tiefen Frequenzen ( max. 3 kHz ). Dass
diese für viele Walarten besonders gefährlich sind, zeigt eine
Massenstrandung von 16 Schnabelwalen vor den Bahamas. Die Tiere
strandeten kurz nach einem Test der US-Marine.
Tierärzte fanden Blutungen und Organschäden, die nur durch
einen zu starken Schalldruck verursacht werden konnten.
Ungeachtet dieser Problematik werden diese Tests (unter anderem
mit Unterstützung der Bundeswehr) fortgeführt.