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Kollaps
Amerikas Küsten von Überfischung bedroht
ngo-online/09.12.2003/pte
- Experten der Meeresbiologie warnen vor dem drohenden Kollaps der
Ozeane vor den beiden Küsten Amerikas. Sowohl der Atlantik als auch
der Pazifik seien in einem bedauernswerten Zustand, erklären die
Wissenschaftler. Schuld daran seien Entscheidungen von Politikern, die
vor über 30 Jahren gefällt wurden. Damals hieß es, dass die Meere
niemals endende Ressourcen darstellen, berichtet The Register Guard
aus Eugene/Oregon. Der historische Fehler sei 1969 der Stratton
Commission, einer Gruppe, die den Zustand der Ozeane studiert hat und
danach in einem Report zusammenfasste, unterlaufen.
"Das
Wort Notsituation ist keine Übertreibung", so Jane Lubchenko,
Meeresbiologin von der Oregon State University und eine der 18
Wissenschaftler der Pew Oceans Commission. Das aus dem Report von 1969
resultierende Verhalten habe dazu geführt, dass die Ozeane heute in
dem besorgniserregenden Zustand seien, erklärt die Spezialistin.
Besonders
betroffen seien die Fischer im US-Bundesstaat Oregon. Die Zahl der
Schnapper, insbesondere der Bocaccio-Rockfish (Sebastes paucispinus),
sei auf nur noch drei Prozent der einstigen Bestände zurückgegangen.
Die lokale Regierung habe daher 92 der 209 kommerziellen
Fischereischiffen die Lizenz entzogen. Diese Regelung sei in dieser
Woche in Kraft getreten. Zusätzlich dazu seien seit diesem Jahr fast
13.000 Quadratkilometer im Pazifik für die kommerzielle Fischerei zum
Sperrgebiet erklärt worden. 1995 waren vor der Küste Neuenglands
fast 10.000 Quadratkilometer Ozean zur Schutzzone erklärt worden,
nachdem die Kabeljau-Fischerei fast zum Stillstand gekommen war. Nach
Angaben der Forscher ist die Einrichtung der Schutzzonen alleine nicht
ausreichend. Sie fordern echte marine Nationalparks, die von niemandem
befischt werden dürften. "Wir brauchen eine neue
Ozean-Ethik", meint Lubchenko. Diese könne aber nur per Gesetz
wirklich durchgezogen werden.
Link
: http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php4?Nr=7426
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Mehr Schutz für
die Meere
"Jahr der
Ozeane": Gefahr durch Überfischung und blinde Passagiere
WELT-NACHRICHTENDIENST
Berlin - Der Mensch träumt
vom Meer als Symbol unendlicher Weite, Freiheit und Abenteuer. Doch in
der Realität beutet er die Meere rücksichtslos aus und missbraucht
sie als Müllkippen. Noch schützt kein umfassendes Abkommen die
Weltmeere. Die Vereinten Nationen haben daher 1998 zum "Jahr der
Ozeane" erklärt. Mit 30 Konferenzen und zahlreichen Workshops
wollen sie auf die Gefahren durch Überfischung und Verschmutzung
aufmerksam machen.
"Alles ist aus
dem Meer entsprungen. Alles wird durch das Wasser erhalten",
schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe. Tatsächlich, so Professor
Gerhard Kortum von der Universität Kiel, seien die Ozeane das größte
Ökosystem und der größte Wirtschaftsraum der Erde. Knapp 71 Prozent
unseres Planeten sind von Meeren bedeckt. Zwei Drittel der Weltbevölkerung
leben rund um diese Meere in einem 60 Kilometer breiten Küstenstreifen.
Weltweit holen 12,5 Millionen Fischer auf mehr als drei Millionen
Fischerbooten jedes Jahr rund 90 Millionen Tonnen Fisch aus dem Meer.
200 Millionen Menschen leben direkt oder indirekt von der
Fischereiindustrie - mit fatalen Folgen für die Ozeane. Nach
Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) sind bereits 60 Prozent
der 200 wichtigsten Fischbestände überfischt. Mehr als 20 Millionen
Tonnen Fische, Meeresschildkröten und Meeressäuger werden jährlich
als sogenannter Beifang wieder über Bord geworfen. Allein die Europäische
Union müsste die Fischerei zum Schutz der Bestände um 40 Prozent
reduzieren.
Nur langsam beginnen
Wissenschaftler das komplexe Ökosystem der Meere zu verstehen. So
dienen die Ozeane als gigantischer Zwischenspeicher für das
Treibhausgas Kohlendioxid. Ein globales System von kalten und warmen
Meeresströmungen nimmt Einfluss auf das Erdklima. In der noch kaum
erforschten Tiefsee vermuten Biologen eine Fülle unbekannter Arten
mit kaum abschätzbaren Nutzen für den Menschen. Schon jetzt haben
japanische Wissenschaftler aus marinen Tier- und Pflanzenarten rund
3000 pharmazeutische wirksame Substanzen isoliert. Dieses Reservoir
droht nun zerstört zu werden.
Rund 100 000 verschiedene
Chemikalien nutzt der Mensch. Durch kommunale Abwässer und über die
Luft gelangen sie auch ins Meer. Schwer abbaubare
Organochlorverbindungen reichern sich in den Meeresorganismen an.
Hormonell wirksame Substanzen stören die Fortpflanzung von Tieren und
schwächen ihr Immunsystem. Eine besondere Art der Meeresverschmutzung
verursacht die Seeschifffahrt. In den Ballasttanks der Schiffe reisen
Tiere und Pflanzen als blinde Passagiere. Allein in US-Gewässern
werden jedes Jahr 80 Millionen Tonnen Ballastwasser abgelassen. So
wurden in die Bucht von San Francisco bereits 212 fremde Arten
eingeschleppt.
Das "Jahr der
Ozeane" beginnt offiziell Ende des Monats mit einer Veranstaltung
in Stockholm. Auch die Expo 98 in Lissabon dreht sich um die Zukunft
der Meere.
Link
: http://www.marine-mammals.de/news/fish5.htm
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