Auch Norwegen geht
in die Walfang-Saison
.... mit der höchsten
Zwerwal-Quote seit Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs 1993
18. April 2005
Ein Zwergwal
Oslo - Unter dem
Protest von Tierschützern hat Norwegen am Montag die neue
Walfang-Saison eröffnet. Walfänger auf rund 30 Booten bereiteten
die Jagd auf 767 Zwergwale bis August vor, die höchste Quote seit
Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs 1993. Wann die ersten
Boote auslaufen würden, war nicht klar, da dies aus Sorge vor
Protesten in der Regel nicht vorab bekannt gegeben wird. Der
Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) bezeichnete den Walfang als
sinnlos und forderte seine Einstellung.
"Niemand braucht
Walfleisch", sagte Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des
IFAW-Büros in Hamburg. "Selbst intensive Bemühungen der
norwegischen Regierung, das Fleisch nach Japan zu exportieren,
scheiterten an der Weigerung Japans, das ja selbst eine
Walfangnation ist." Daher sei eine weitere Erhöhung der
Fangquote zwecklos. Zudem seien die Walprodukte aus Norwegen mit
Umweltgiften belastet.
Keine Inspektoren
mehr an Bord
2004 lag die Fangquote
bei 670 Tieren. Allerdings wurde die Obergrenze um 127 Tiere
unterschritten, und die Differenz wurde auf die Quote für das
laufende Jahr aufgeschlagen. Norwegen hält sich nicht an das von
der Internationalen Walfangkommission (IWC) 1986 beschlossene
Verbot des kommerziellen Walfangs. In dem skandinavischen Land
wird Walfleisch zum Verzehr verkauft, außerdem werden Walprodukte
exportiert, vornehmlich nach Island.
In diesem Jahr sind
die Boote erstmals ohne die vorgeschriebenen Inspektoren an Bord
unterwegs, die die Einhaltung der Jagd-Bestimmungen überwachten.
Stattdessen sind die Boote nun mit speziellen Sensoren
ausgestattet, die unter anderem die Zahl der abgefeuerten Schüsse
sowie die Zahl der erlegten Wale registrieren. (APA/AP)