Jagd
auf "Moby Dick"
Wale
werden seit Jahrhunderten von den Menschen gejagt. Aber erst
modernste Technik der Fänger hat den Bestand alarmierend
schwinden lassen - nicht jedoch die Uneinsichtigkeit zweier
Staaten.
In den
vergangenen 60 Jahren wurden rund zwei Millionen Großwale getötet.
Obwohl es seit 15 Jahren ein Moratorium der Internationalen
Walfangkommission (IWC) gibt, das praktisch ein Fangverbot
bedeutet, gehen Norwegen und Japan unter Berufung auf
Ausnahmeregelungen weiterhin auf die Jagd - auch die vor wenigen
Wochen in London zu Ende gegangene IWC-Tagung konnte daran nichts
ändern. Die beiden Walfangnationen töten jährlich etwa 1000
Tiere von drei Walarten (Minkwale, Brydeswale, Pottwale).
Seit
1986 wurden insgesamt rund 20.000 Wale für angeblich
"wissenschaftliche Zwecke" (Japan) und unter offiziellem
Vorbehalt gegen das Moratorium (Norwegen) getötet - und ihr
Fleisch vermarktet. Walfleisch ist in Japan noch immer eine teure
Delikatesse. Ein anderer Grund für die Fortsetzung der Jagd ist
das Konkurrieren um Fischbestände. So werden Jahr für Jahr vor
Japans Küste ganz Delfinschwärme an Land getrieben und dann
abgeschlachtet.
Weltweit
gibt es etwa 80 Walarten, wobei auch die Delfine hinzugerechnet
werden. Besonders in Gefahr ist der Blauwal, das größte lebende
Tier der Erde. Er wiegt so viel wie 30 Elefanten oder 1600
Menschen (das entspricht rund 130.000 Kilo) und kann 33 Meter lang
werden.
Als Alternative zum Walfang - das so genannte Whalewatching, also
Walbeobachtungsfahrten. Dieser Natur-Tourismus könnte nämlich für
die Einheimischen von größerem wirtschaftlichen Nutzen sein.
Alwin Schröder
Link : http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,144165,00.html